Die Fassade der Maria Lourdes Kirche wurde, in Anlehnung an den damaligen Bauhausstil, 1919 - 1933, sehr einfach gestaltet. Dennoch enthält sie einige Merkmale, die viele Kirchenbauten schon im Mittelalter vorzuweisen hatten. Die Dominanz im öffentlichen Raum, die grosszügigen Treppenanlagen und der überdeckte, durch zwei Fassadenpfeiler begrenzte Zugangsbereich mit dem Hauptportal und den Seiteneingängen. Zentral auf der Dachtraufe steht als obere Begrenzung ein gleichschenkliges, schlichtes, kupferfarbenes Kreuz.

Es gibt Pläne, in denen sich der Architekt Fritz Metzger mit der Anordnung eines Rundfensters über dem Hauptportal, einer so genannten Rosette, beschäftigt hatte. Vielleicht hat ihn die uralte Form der Rosette zur Form der heutigen 14 Kirchenfenster inspiriert. So oder so, Metzger hat sich dann (glücklicherweise) für die seitlichen Rundfenster und, an der Hauptfassade, für die in Stein gehauene Kirchenpatronin entschieden.

Die Präsenz Marias über dem Hauptportal, gemalt, in Mosaik gelegt, als Relief in Stein gehauen, als Sopraporta oder als Statue frei schwebend, allein oder mit Christus und anderen Heiligen, ist ein uraltes Merkmal kirchlicher Bauten.

Metzger hat das Thema vorbildlich gelöst. Die Arbeit seines Künstlers ist hervorragend.
Die Madonna, in einer innerste ergreifenden Art dargestellt dem Ruf des unsichtbaren Engels Gabriel, Standort ungefähr über den Tramgeleisen, folgend, gehört zu den schönsten Werken kirchlicher Kunst der Gegenwart. Leider ist die Statue für den Betrachter etwas zu hoch gesetzt. Die schönen Gesichtszüge werden nur seitlich, von unten und bei längerem Verweilen sichtbar. Die schlanke Gestalt im langen Gewand erinnert stark an die beliebten Steinhauerarbeiten an den Fassaden der bedeutendsten gotischen Kathedralen.

Leider bleibt der Künstler anonym. Wir kennen nur einen Begriff: . . . aus der Werkstatt Tardecini . . . Wer war dieser Tardecini? Es wäre schön, ihn noch kennen zu lernen.

 

Die Abbildungen zeigen Details der Statue vor und nach den Restaurationsarbeiten.